Porlinge

Zottiger Schillerporling (Inonotus hispidus)

Den Zottiger Schillerporling sieht man ab und zu an alten Apfelbäumen. Dort wächst er das Jahr über, und im Winter bis zum nächsten Frühling fallen die Fruchtkörper wieder ab. Das gilt für alle Arten der kleinen Gattung Inonotus; sie sind also einjährig. Sie leben als Schwächeparasiten auf Laubbäumen, insbesondere Apfel- und Birnbäumen, und erzeugen im Holz eine sogen. „Weißfäule“.

Das abgebildete Exemplar fanden wir in einem Naturschutzgebiet bei Keltern (Essigberg), und zwar an einem von Spechten bewohnten Elsbeerbaum.

Die Art ist kaum zu verwechseln: Von oben gesehen rostbraun zottig, von unten feinporig gelb bis braun.

Schaut man schräg auf die Poren junger Fruchtkörper, erkennt man mitunter ein silbriges Schillern; daher der Name. Typisch sind die während des Wachstums auftretenden „Guttationstropfen“ im Porenbereich.

Die Gattung der Schillerporlinge ist mit den Feuerschwämmen (Gattung Phellinus) und den Borstenscheiblingen (Gattung Hymenochaete) eng verwandt.

 

Weiterführende Literatur:

 https://de.wikipedia.org/wiki/Zottiger_Schillerporling

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/ZottigerSchillerporling.htm

 

 

 

Foto: B. Miggel, bei Keltern
Foto: B. Miggel, bei Keltern

Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum)

 

So prächtig findet man die Glänzenden Lackporlinge nicht alle Tage. Die abgebildeten Exemplare wurden in einem Tannen-Fichten-Moorrandwald (NSG Waldmoor-Torfstich) in größerer Anzahl an noch stehenden, morschen Moorbirkenstämmen gefunden. Die größten Exemplare dieser Laubbäume gebunden Art besaßen eine Hutbreite von 40 cm.

Die Schwesterart, der Schwarzbraune Tannenlackporling (Ganoderma carnosum), fruktifiziert ebenfalls im Gebiet, und zwar an Weißtanne, und weist unter anderem dunklere Farben auf.
Beide Arten sind von ihrer Lebensweise her Schwächeparasiten und Saprobionten.

 

Weiterführende Literatur:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%A4nzender_Lackporling

 

 

Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel

Schiefer Schillerporling (Inonotus obliquus)

 

Walter Pätzold, langjähriger Leiter der Hornberger Pilzlehrschau, nannte sie scherzhaft „Koksbrocken“, diese stets an älteren Birkenstämmen wachsenden Wucherungen. Es handelt sich um das asyexuelle Stadium des Schiefen Schillerporlings. Diese Knollen können recht groß werden, nach der Fachliteratur bis zu einem halben Meter im Durchmesser.

Das sexuelle Stadium erscheint erst nach dem Absterben des Baumes als resupinate (rein flächig wachsend,  ohne Hutkante), dünne, braune Porenschicht.

 

Der Pilz lebt als Schwächeparasit und erzeugt im Holz des Substrats eine Weißfäule.

Das Foto entstand 2013 im kleinen Naturschutzgebiet (FND) „Tornadowald“ bei Karlsbad-Ittersbach.

B. Miggel
B. Miggel

Konsolenförmiger Birkenfeuerschwamm (Phellinus lundellii)

 

Bei einem meiner Kartierungsgängen im NSG Waldmoor-Torfstich bei Oberreichenbach fand ich diese in Deutschland sehr seltene Pilzart an einer liegenden, morschen Moorbirke. Bei der Waldgesellschaft im Bereich des Fundes handelt es sich um einen Beerstrauch-Tannenwald mit eingestreuten Fichten, Kiefern und Birken. 

B. Miggel
B. Miggel

Die Fruchtkörperform dieser Feuerschwammart reicht von pileat über semipileat bis resupinat. Auffallend sind die wie schwarz geteert aussehenden Oberseiten der Fruchtkörper. Das Hymenophor ist etwa milchkaffeebraun und wirkt auf Grund der Feinporigkeit samtig.

B. Miggel
B. Miggel

Die Poren sind mit 4 Poren pro mm recht klein, sie sind rundlich und gleichmäßig verteilt. 

B. Miggel
B. Miggel

Ein Schnitt durch das Hymenium und die darunter liegenden Hyphenschicht zeigt
oben die Hymenialschicht mit 4-sporigen Basidien und dornenförmigen Hymenialseten. Darunter die Trama mit parallel bis schräg verlaufenden, dickwandigen Skeletthyphen.

B. Miggel
B. Miggel

Weiterführende Literatur:

 

Breitenbach, J. & Kränzlin F. (1986): Pilze der Schweiz Bd. 2, Nichtblätterpilze: Nr. 318. - Verlag Mykopogia, Luzern Krieglsteiner, G.J. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Band 1: 458-459. – Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart.

Flächenförmiger Birkenfeuerschwamm (Phellinus laevigatus)

 

Diesen sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland seltenen Feuerschwammart fand ich schon mehrere Male in einem Moorrandwald auf morschen, am Boden liegenden Birkenästen, sowohl am Holz der Hängebirke Betula pendula als auch dem der Moorbirke Betula pubescens. Was den Verbreitungsschwerpunkt und die Lebensweise betrifft, gleicht er dem bereits beschriebenen Konsolenförmigen Birkenfeuerschwamm Phellinus lundellii.
Die rein flächig (resupinat) wachsenden Fruchtkörper überziehen das Substrat in breiten Polstern. Die Poren sind derart fein, dass man sie ohne Lupe nur erahnen kann. Solange sich der Pilz im Wachstum befindet, ist der Fruchtkörper stets von einer ca. 2 mm breiten, cremefarbigen Zuwachszone umgeben.

B. Miggel
B. Miggel

Der Dichte der rundlich-eckigen Poren betrifft beim abgebildeten Exemplar  6,5 Poren je mm. 

B. Miggel
B. Miggel

Die innere Porenwand ist von zahllosen, dicht an dicht liegenden, spitzen Dornen, den sogen. Hymenial-Setae, ausgekleidet. Diese sind braun, dickwandig, spitz endend und z.B. 18 µm lang und basal 6 µm dick. Das Bild zeigt einen 20 µm dicken Querschnitt durch eine Porenwandung. Rechts außen befindet sich die Mündung der Pore:

B. Miggel
B. Miggel

Die Setae sind entweder gerade zulaufend oder hakenförmig:

B. Miggel
B. Miggel

Ähnliche Feuerschwammarten:

Der Polsterförmige Feuerschwamm Fomitiporia punctata sieht vergleichbar aus, wächst jedoch an Weidenholz.

Der Konsolenförmige Birkenfeuerschwamm Phellinus lundellii wächst zwar ebenfalls an Birkenholz, besitzt jedoch einen von der Porenschicht abgesetzten, schwarzen Hutbereich.

 

 

Weiterführende Literatur:
Krieglsteiner, G.J. (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 1: 457-458.

Nördlicher Schwammporling (Climacocystis borealis)

 

 

Dieser auffällige Porling wuchs im Sommer 2017 in großer Zahl am Stamm einer morschen Tanne, und zwar am Rande des NSG Waldmoor-Torfstich bei Oberreichenbach. Man findet ihn recht häufig, und zwar überwiegend an alten Tannen oder Fichten, wo er als Schwächeparasit oder Saprobiont eine Weißfäule erzeugt. 

B. Miggel
B. Miggel

Sein Fleisch ist im frischen Zustand saftig und faserig-zäh. Einen richtigen Stiel besitzt der Pilz nicht, der Hut ist mitunter lediglich zu einer kurzen Anwuchsstelle zusammengezogen. Oft verwachsen auch mehrere Fruchtkörber zusammen. Die Fruchtkörper dieser Porlingsart werden bis zu 15 cm breit und 5 cm dick, sie sind cremefarben bis hell glelblich-bräunlich, die Oberfläche ist striegelig-zottig, und die Poren sind eckig bis labyrinthisch mit 1-2 pro Millimeter. In der Wachstumsphase scheiden sie wasserklare Guttationstropfen aus.

B. Miggel
B. Miggel

Im jungen Zustand ist die Art nicht leicht zu erkennen, man sieht halbkugelige, cremefarbene, saftige Gebilde mit Guttationstropfen:

B. Miggel
B. Miggel

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