Röhrlinge

Silberröhrling  (Boletus fechtneri)

 

Der Silberröhrling, auch Sommerröhrling genannt, ist eine Dickröhrlingsart, deren Schönheit sich erst beim zweiten Blick offenbart. Man muss die Pilze umdrehen, um ihre Farbenpracht bewundern zu können.

Von oben gesehen eher unscheinbar hellgrau, silbergrau, dagegen von unten mit intensiv gelben Röhren und stämmigem, hellgelbem, zur Basis hin rötlichem Stiel.

Bisher habe ich diese Art erst zweimal gefunden. Die hier gezeigten Bilder stammen aus einem Kalkbuchenwald-Biotop bei Straubenhardt-Ottenhausen, der verschiedene Orchideenarten und viele thermophile PIlzarten wie Königsröhrling, Satansröhrling, Goldporiger Röhrling, Wurzelnder Bitterröhrling beherbergt.

Der Silberröhrling ist eine sowohl für Baden-Württemberg als auch für Deutschland sehr seltene Art. Sowohl in der unveröffentlichten Roten List der Pilze Baden-Württembergs von 2005 als auch in der Roten Liste der Pilze Deutschlands von 2009 wird er in der Kategorie 2 (stark gefährdet)  geführt. Man sollte ihn daher aus Gründen des Biotopschutzes stehenlassen.

 

Unsere Art bevorzugt wärmebegünstigte Laub- oder Mischwälder und geht eine Mykorrhiza mit Laubbäumen, vorzugsweise der Rotbuche, ein. Er scheint Kalkböden zu bevorzugen.

Weiterführende Literatur finden Sie hier

 

Silber-Röhrling - Boletus fechtneri (B. Miggel, Ottenhausen-Vogelsang, 2008)
Silber-Röhrling - Boletus fechtneri (B. Miggel, Ottenhausen-Vogelsang, 2008)
Silber-Röhrling - Boletus fechtneri (B. Miggel, Ottenhausen-Vogelsang, 2008)
Silber-Röhrling - Boletus fechtneri (B. Miggel, Ottenhausen-Vogelsang, 2008)

Königsröhrling          (Boletus regius)

 

Beim Königsröhrling handelt es sich sicherlich um einen unserer prächtigsten Dickröhrlinge. Der bis zu 20 cm breite, rosa- bis kirschrote, dickfleischige Hut, der stämmige, leicht keulige, hellgelbe Stiel, die intensiv gelben Poren und das reingelbe, sich nicht verfärbende, mild schmeckende Fleisch kennzeichnen die Art.

Wer einen „Königsröhrlingswald“ in seiner Nähe hat, kann sich glücklich schätzen! Er sollte sich an diesen wunderschönen Pilzen erfreuen, sie aber unbedingt stehenlassen, denn sowohl in der unveröffentlichten Roten List der Pilze Baden-Württembergs von 2005 als auch in der Roten Liste der Pilze Deutschlands von 2009 wird die Art in der Kategorie 2 (stark gefährdet)  geführt.

Die hier gezeigten Bilder stammen aus einem Orchideeenbuchenwald bei Straubenhardt-Ottenhausen.

 

Der Königsröhrling bevorzugt wärmebegünstigte Laub- oder Mischwälder auf Kalkboden und geht eine Mykorrhiza mit Laubbäumen, vorzugsweise der Rotbuche, ein.

Foto: B. Miggel, 2014
Foto: B. Miggel, 2014
Foto: B. Miggel, 2014
Foto: B. Miggel, 2014

Netzstieliger Hexenröhrling (Boletus luridus)

Beim Netzstieligen Hexenröhrling handelt es sich um eine Zeigerart der Kalklaub- oder Kalkmischwälder, wo die Art eine Mykorrhiza mit Laubbäumen eingeht. Sie stellt eine der häufigeren Hexenröhrlingsarten dar.

Das abgebildete Exemplar wuchs in einem Schonwald bei Keltern-Dietlingen (Römerberg).

Die Hutoberfläche ist trocken, filzig, ockerbraun, braunoliv bis braun, die Röhrenmündungen sind rot und verfärben sich bei Druck blau. Löst man die Röhrenschicht vom Hutfleisch, erkennt man ein wichtiges Artmerkmal: Zwischen Hutfleisch und Röhrenschicht ist eine rote Schicht (roter Röhrenboden) vorhanden.

Seinen Namen verdankt diese Dickröhrlingsart dem augenfälligen, roten Stielnetz auf gelblichem Grund.

Das Fleisch ist gelb und blaut auf Druck oder beim Anschneiden.

 

Verwechslungsmöglichkeiten:

Der ähnliche Flockenstielige Hexenröhrling wächst nur auf sauren Böden, und sein Stiel ist rotflockig.

 

Weiterführende Literatur:

https://de.wikipedia.org/wiki/Netzstieliger_Hexen-R%C3%B6hrling

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/NetzstieligeHexenroehrling.htm

 

 

 

Foto: B. Miggel, Keltern-Dietlingen, 2014
Foto: B. Miggel, Keltern-Dietlingen, 2014

Satansröhrling (Boletus satanas)

 

Viele Naturfreunde meinen, den Satansröhrling schon gesehen zu haben. Aber meist war es in Wirklichkeit „nur“ der Schönfußröhrling oder einer der Hexenröhrlinge.

Satansröhrlinge sind sehr selten, und ein „Satansröhrlingswald“ beherbergt mit Sicherheit noch viele andere, seltene, wärmebedürftige Pilzarten. So ein Wald sollte allein wegen der seltenen Pilzarten geschützt werden!

Der Satansröhrling ist ein echter Spezialist. Er benötigt einen wärmebegünstigten Kalklaub- oder Kalkmischwald mit Rotbuchen oder auch Eichen. Möglicherweise sind auch Linden oder Esskastanien Mykorrhizapartner.

 

Wir haben es beim Satansröhrling mit einem Giftpilz zu tun, der starke Magen-Darm-Störungen verursacht!

Nicht mehr ganz junge Satansröhrlinge stinken regelrecht nach Aas.

 

Wie erkennt man nun Satanspilze? Es sind regelrechte Dickröhrlinge, mit großem, polsterförmigem, weißlichem Hut, roten Röhrenendungen (Poren) und einem sehr dicken, keulenförmigen Stiel mit rötlichem Netz. Die Stielfarbe geht in Richtung „Pavianhintern“.  Alte Satansröhrlinge kann man im Wald schon mal mit Totenschädeln verwechseln.

 

Der Satansröhrling gilt sowohl für Baden-Württemberg als auch für Deutschland als eine seltene Art. Die Roten Listen weisen ihn in der Gefährdungskategorie V (Vorwarnliste) aus.

 

Weiterführende Literatur:

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/Satanspilz-Satansroehrling.htm

 

 

 

Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel
Foto: B. Miggel

Kornblumenröhrling  - Gyroporus cyanescens

 

Dieser Röhrling wurde von G. Franke am 16.09.2018 im Mischwald bei Calmbach gefunden. Das Pilzfleisch ist weiß und verfärbt sich bei Kontakt blau. Den Pilz findet man relativ selten: Es handelt sich um eine Rote-Liste-Art, die für Baden-Württemberg in der Gefährdungskategorie 3 (gefährdet) und für Gesamtdeutschland in der Kategorie G (Gefährdung unbekannten Ausmaßes) geführt wird.
Der Kornblumenröhrling bevorzugt sandige Böden und bildet eine Mykorrhiza mit Laubbäumen.

G. Franke
G. Franke
G. Franke
G. Franke

Verwechslungsmöglichkeiten:
Es gibt keine andere Röhrlingsart mit einer derartig blauen Verfärbung.

Weitere Information unter:

 

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/Kornblumenroehrling.htm
http://tintling.com/pilzbuch/arten/g/Gyroporus_cyanescens.html

Schmarotzerröhrling – Pseudoboletus parasiticus (Xerocomus parasiticus)

 

Diese Pilzart fand G. Franke im September 2012 an einer Hangböschung (Mischwald) neben einem Waldweg zwischen den Diebswiesen und Marxzell-Pfaffenrot. Dieser Pilz ist zwar essbar, aber wegen seiner Seltenheit und gleichzeitig geringen Ergiebigkeit sollte man ihn stehen lassen. In der Roten Liste für Deutschland wird er unter Gefährdung unbekannten Ausmaßes geführt. Er gehört zu den Röhrlingen. Die Röhren sind gelblich. Der Schmarotzerröhrling wächst am Kartoffelbovist und zersetzt seinen Fruchtkörper. Er bildet auch eigene Mykorrhiza-Myzelfäden zu Bäumen und befällt erst die Boviste, wenn die Nährstoffe nicht mehr reichen.
Interessant ist, dass es sich beim parasitierten Pilz, also dem Kartoffelbovist, um eine giftige Art handelt.

G. Franke
G. Franke

Weitere Informationen sind zu finden unter:

 

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/Schmarotzerroehrling.htm

Strubbelkopfröhrling (Strobilomyces strobilaceus)

 

Strubbelkopfröhrlinge verschiedenen Alters wurden von G. Franke am 11.07.2021 an einer Waldwegböschung (Mischwald) bei Karlsbad-Spielberg gefunden. Dieser Pilz ist relativ selten anzutreffen. Der fotografierte Pilz hat einen Hutdurchmesser von ca. 5 cm. Er kann aber auch wesentlich größer werden; Hutdurchmesser von 20 cm sind keine Seltenheit.
Die Pilzart ist durch stark schuppige Hüte und Stiele gekennzeichnet. Schaut man sich einen Fund genau an, erkennt man am Stiel einen wolligen Ring oder zumindest eine angedeutete Ringzone. Das Fleisch ist sehr faserig und rötet beim Anschneiden stark. Der Strubbelkopfröhrling geht eine Mykorrhiza mit Laubbäumen, insbesondere Rotbuchen oder Eichen ein und bevorzugt basenarme Böden, z.B. saure Böden über Buntsandstein.

G. Franke
G. Franke
G. Franke
G. Franke

Gemeiner Steinpilz (Boletus edulis)

G. Franke entdeckte am 15.10.2019 diese Pilze bei Keltern-Weiler. Dieser beliebte Speisepilz stand im Mischwald. Gut erkennbar ist er am hellen Hutrand. Ein weiteres Merkmal ist die weiße Netzzeichnung, die die Art in der oberen Stielhälfte aufweist.
Der Gemeine Steinpilz ist ein Mykorrhizapilz und geht dabei eine Symbiose mit Fichten, aber auch mit Rotbuchen ein. Er liebt Wälder auf sauren Böden, d.h. man findet ihn besonders über Buntsandstein oder Granit.

 

Verwechslungsmöglichkeiten:

 

Kiefernsteinpilz, Sommersteinpilz und Schwarzhütiger Steinpilz sind ähnlich aussehende Arten, die aber nur der Kenner vom Gemeinen Steinpilz zu unterscheiden weiß.
Der Gallenröhrling sieht dem Gemeinen Steinpilz recht ähnlich, besitzt aber ein erhabenes, braunes Stielnetz, und seine Röhrenmündungen sind bei reifen Exemplaren leicht rosa gefärbt. Außerdem schmeckt er gallebitter.

G. Franke
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Weitere Informationen sind zu finden unter:

 

https://www.123pilzsuche.de/daten/details/Steinpilze.htm

Gemeiner Birkenpilz (Leccinum scabrum)

 

 

Gefunden wurde er am 07.10.2018 oberhalb des Eyachtales in Richtung Bad Wildbad. Es ist ein Symbiosepilz, den man in der Nähe von Birken finden kann. Der Birkenpilz ist eine der häufigsten Arten aus der Gattung der Raustielröhrlinge, zu denen auch die Rotkappen gehören. Sie alle leben mykorrhizisch und sind, je nach Art, an bestimmte Baumarten gebunden.

G. Franke
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