Informationen von der Kreisgeschäftsstelle in Karlsruhe, vom LNV und LUBW

E-Mail J. Enssle/ Landesverband - H.-O. Gässler Kreisverband (17.01.18)

zum Insektensterben und Beitrag Kreisbauernverband:

 

Lieber Hans-Otto,

 

vielen Dank!

 

Die Aussage des Biologen Albrecht: „Was genau wie relevant für den Rückgang der Insekten sei, wisse man nicht. „Das“, so Albrecht, „können wir mit Sicherheit nach dem derzeitigen Untersuchungsstand nicht feststellen.

Alle anderen, die das Gegenteil behaupten, täuschen einen falschen Sachstand vor.“ Kann man so nicht stehen lassen, denn die internationale Wissenschaft ist sich ziemlich einig, dass intensive Landwirtschaft und Pestizide gefolgt von Stickstoff die Hauptursachen sind für den Rückgang der Insekten. Allerdings – zu welchem Grad welcher Faktor beiträgt, ist noch nicht geklärt.

 

Zu den Bestäubungsinsekten weltweit empfehle ich aber folgende Studie des recht neu gegründeten „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) der Vereinten Nationen. Das ist quasi - wie der IPCC fürs Klima - der „Welt-Biodiversitätsrat“.

Hier findet man unter diesem Link diverse Studien, darunter das Summary for Policymakers zu den Bestäubern:

 

Darin heißt es z.B. auf Seite 21:

-           Wild pollinators have declined in occurrence and diversity (and abundance for certain species) at local and regional scales in North West Europe and North America. Although a lack of wild pollinator data (species identity, distribution and abundance) for Latin America, Africa, Asia and Oceania preclude any general statement on their regional status, local declines have been recorded. Long-term international or national monitoring of both pollinators and pollination is urgently required to provide information on status and trends for most species and most parts of the world.

-          The International Union for Conservation of Nature (IUCN) Red List assessments indicate that 16.5 per cent of vertebrate pollinators are threatened with global extinction (increasing to 30 per cent for island species). There are no global Red List assessments specifically for insect pollinators. However, regional and national assessments indicate high levels of threat for some bees and butterflies. In Europe, 9 per cent of bee and butterfly species are threatened and populations are declining for 37 per cent of bees and 31 per cent of butterflies (excluding data deficient species, which includes 57 per cent of bees). Where national Red List assessments are available, they show that often more than 40 per cent of bee species may be threatened.

-          Auf der Folgeseite (S. 22) kommen die Gründe: hier werden verschiedene Gründe für den Rückgang der Bestäuberinsekten genannt, aber auch das IPBES stellt die intensive Landwirtschaft und Pestizide in den Vordergrund.

-          Klima und Klimawandel wird hier nicht als Grund genannt. Einige Insekten dürften vom Klimawandel eher profitieren. Doch pauschalisieren kann man das nicht.

 

 

Zu den Vogelpopulationen (kaum eine Artengruppe ist besser untersucht) gibt es zahlreiche Studien, darunter die Studien von BirdLIfe International. BirdLife ist die Dachorganisation des NABU, aber nicht nur: BirdLife ist auch beauftragt das weltweite Vogelmonitoring für die IUCN (Welt-Naturschutzunion) zu koordinieren. Hier finden sich zum Beispiel folgende Informationen im Bericht: „State oft he World’s Birds“ aus dem Jahre 2013. Link: http://datazone.birdlife.org/sowb/sowbpubs#SOWB2013

-          Auch hier wird die Landnutzung als eines der Hauptprobleme genannt. Siehe Seite 10-12

-          Klimawandel spielt auch eine Rolle, wird derzeit jedoch noch nicht als Hauptursache gesehen.

 

Wer sich mit der Materie beschäftigt, wird schnell zu dem Schluss kommen, dass wir nicht umhin kommen, nachhaltigere Landnutzungsformen zu etablieren. Die 60 Mrd. EU Gelder die in die Landwirtschaft fließen dürfen nicht weiter nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden sondern müssen zielgenau so eingesetzt werden, dass drei Sachen zusammengehen: der Erhalt der biologischen Vielfalt, die Lebensmittelproduktion und das Ein- und Auskommen der bäuerlichen Familienbetriebe.

 

Eine weitere sehr gute Zusammenfassung bietet der Bericht der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag. Die Antwort der Bundesregierung findet sich hier: dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/121/1812195.pdf

 

Trotz der Fülle an Literatur kann man sich mit diesen Quellen schon mit einem kurzen Blick einen guten Überblick über das Thema verschaffen. Vielleicht magst du die Info an Herrn Kunz weiterleiten.

 

Beste Grüße

Johannes

 

 

 

Von: "Hans-Otto Gässler" [mailto:hogae@gmx.de
Gesendet: Mittwoch, 17. Januar 2018 16:02
An: Werner Kunz <kunz.werner@gmx.de>
Cc: Ulrich Dr.Kraft <ulrich.kraft@landratsamt-karlsruhe.de>; Joachim Schneider <umweltamt@landratsamt-karlsruhe.de>; Artur Bossert <artur.bossert@gmx.de>; Reinhard Pennekamp <reinhard.pennekamp@kabelbw.de>; Hilde Wirth <Wirth.Hilde@web.de>; "NABU Karlsruhe Geschäftsstelle" <geschaeftsstelle@nabu-ka.de>; "Thomas Klingenfuß" <klinget@aol.com>; Rudolf Lepschy <nabu-karlsbad-waldbronn@alice.de>; "Jürgen Hauptner" <juergenhauptner@gmx.de>; Jochen Goedecke (NABU) <Jochen.Goedecke@nabu-bw.de>; Martin Klatt (NABU) <martin.klatt@nabu-bw.de>; "Jörg Menzel" <dezernat5@landratsamt-karlsruhe.de>; Norbert Fleischer <norbert@fleischer-fam.de>; Martin Alb <m.alb@web.de>; Martin Feucht <martin.feucht@t-online.de>; Andreas Dr.Arlt <andreas.arlt@gmx.ch>; "Günter Kolb" <g_kolb@t-online.de>; Franz Debatin <mail@nabu-hambruecken.com>; Johannes Enssle (NABU) <johannes.enssle@nabu-bw.de>; Uwe Prietzel (NABU) <uwe.prietzel@nabu-bw.de>
Betreff: bnn - 17-1-2018 Insektensterben Kreisbauernverband

 

 

 

Gesendet: Mittwoch, 17. Januar 2018 um 13:00 Uhr
Von: "NABU Karlsruhe" <geschaeftsstelle@nabu-ka.de>

 bnn - 17-1-2018 Insektensterben Kreisbauernverband

 

Sehr geehrter Herr Kunz ,

 

mit einer gewissen Genugtuung habe ich diesen BNN-Artikel gelesen und zur Kenntnis genommen , dass sich nun der Kreisbauernverband dem Artensterben in der Feldflur zuwendet . Mich

schmerzt es ehrlich gesagt , wenn ich manchmal von einer "Hysterie" lese , bin ich doch in Gondelsheim aufgewachsen und habe dort die Natur noch vor der Flurbereinigung erlebt und den

Steinkauz , Pirol und die Grauammer beobachten können . Und wie sieht es in der Gondelsheimer Feldflur heute aus ? Ganz anders ist Ihre Heimat Zeutern , in die ich immer mal wieder gerne 

komme , nicht nur wegen den Bienenfressern . Wie der Biologe Albrecht sagt , hat das Artensterben mit Sicherheit einige Gründe , die bundes- und europaweit von der Politik gesteuert

werden müssen . Und von meinen NABU-Kollegen kenne ich keinen , der die "Schuld" dem "Landwirt X , Y" gibt , weil jeder Landwirt auch für meine persönliche Ernährung zuständig ist !

Bei unserem Gespräch im LWA Bruchsal haben wir u.E. einen guten Weg beschritten , um miteinander (und nicht gegeneinander) Mißstände u.a. in der Verteilung von staatlichen Fördermitteln

aufzuzeigen und bessere Wege zu finden . In diesem Sinne freue ich mich auf weitere Gespräche "auf Augenhöhe" mit Ihnen und Ihren Kollegen und verbleibe

 

mit naturfreundlichen Grüßen

 

Hans-Otto Gässler

NABU Kreisverband Karlsruhe

 

 

 

 

E-Mail von H.-O. Gässler (16.01.18)

Gesendet: Montag, 15. Januar 2018 um 20:44 Uhr
Von: "Manfred Rochel" <manfred@rochel.info>
An: "Hans-Otto Gässler" <hogae@gmx.de>, "uwe Schmidt" <uweschm@arcor.de>
Betreff: Bienen und Natur

So heißt meine Imkerzeitung.Und ab und zu gibts da so gute Artikel.Wie es den anderen Insekten geht , kann man sich leicht vorstellen.

Gruß

Manfred                              ... und Hans-Otto

bienen&natur_18-01_s20-23_Menzel-Gedächt
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E-Mail der Kreisgeschäftsstelle (16.01.18) - Praxis-Workshop Geoinformationssysteme (für Kartierungen)

Liebe Leute,

allen zur Kenntnis.

 

Für alle, die ihre Kartierungen/Beobachtungen in einer Karte darstellen möchten ...

Viele Grüße

Anita Beha

 

Anita Beha

Geschäftsstelle

NABU-Gruppe Karlsruhe

Kronenstraße 9

76133 Karlsruhe

 

Öffnungszeiten: Mo, Mi, Do : 9 – 13 Uhr, Di: 14 - 17 Uhr

 

Tel.: 0721 / 3 60 60

E-Mail: geschaeftsstelle@NABU-KA.de

 

 

Von: Rahn [mailto:rahn@justmail.de
Gesendet: Freitag, 12. Januar 2018 22:20
An: LNV-Arbeitskreis Karlsruhe
Betreff: WG: GIS-Schulung für Ehrenamtliche

 

 

 

Von: Julia Flohr [mailto:julia.flohr@lnv-bw.de
Gesendet: Donnerstag, 11. Januar 2018 14:12
An: Landesnaturschutzverband BW <info@lnv-bw.de>
Cc: Anke Trube <Anke.Trube@lnv-bw.de>; Christine Lorenz-Gräser <Christine.Lorenz-Graeser@lnv-bw.de>
Betreff: GIS-Schulung für Ehrenamtliche

 

  • An die LNV-Arbeitskreise in den vier Regierungsbezirken

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

am Mittwoch, 28. Februar 2018, findet an der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg ein ganztägiger Praxisworkshop für GIS(Geoinformationssysteme)-Einsteiger statt.

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis spätestens zum 19.02.2018 bei der Akademie für Natur- und Umweltschutz an.

 

Weitere Informationen finden Sie in beigefügtem Programm.

 

Mit freundlichen Grüßen

Julia Flohr
LNV-Arbeitskreisbetreuerin

______________________________________________________________________________________

cid:image001.png@01D1DC4F.D5BAC7D0Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V.

Olgastraße 19, 70182 Stuttgart, Telefon + 711 248955-22, Fax: +49 711 248955-30

julia.flohr@lnv-bw.de

 Hampage_Icon    http://myflock2.com/orgs_pub/church3568/caldb/images/gallery/Facebook_Icon_%28Official_2%29.png   http://icons.iconarchive.com/icons/paomedia/small-n-flat/1024/social-twitter-icon.png 

Vertretungsberechtigt: Dr. Gerhard Bronner; Amtsgericht Stuttgart VR 2787

 

Den LNV als Fördermitglied unterstützen - Informationen  unter http://lnv-bw.de/foerdermitgliedschaft/

 

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Schnellbrief: Recht der Natur - Info der Kreis-Geschäftsstelle 18.12.17
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E-Mail vom Kreisverband (21.12.2017) - Jahresbrief 2017 der Streuobstinitiative
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E-Mail vom Kreisverband (21.12.17) - Newsletter 4/ 2017 - Streuobst
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