Der NABU unterstützt das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“

„Viele Tier- und Pflanzenarten sind von Ackergiften, Nahrungsmangel und Biotopverlust bedroht. So stehen beispielsweise über die Hälfte der 460 Wildbienenarten Baden-Württembergs auf der Roten Liste. Das Insektensterben hat dramatische Ausmaße angenommen.
Seit über 120 Jahren setzt sich der NABU für den Naturschutz ein; leider konnte der Artenschwund bisher nicht wirksam aufgehalten werden. Im Volksbegehren Artenschutz "Rettet die Bienen" sieht der NABU jetzt eine große Chance für den Naturschutz in Baden-Württemberg.“ (NABU-Landesverband)

„Der Gesetzesentwurf wurde vom Innenministerium geprüft und als einwandfrei freigegeben. Leider kursieren aktuell auch viele Fehlinformationen und Falschaussagen zum Volksbegehren.

Es wäre fatal, wenn das Volksbegehren zerredet würde und dadurch der Erfolg getrübt wird. Die Details zur Umsetzung werden im späteren Verfahren entschieden. Deshalb sind die Aussagen vieler Landwirte, sie seien dadurch in ihrer Existenz bedroht haltlos. Klar ist aber auch, es muss sich etwas ändern in der Art und Weise, wie wir mit unserer Kulturlandschaft umgehen. Das Volksbegehren ist hier ein wichtiger Impuls und erzeugt den (leider) notwendigen Druck, um die dringend erforderlichen Veränderungen zu ermöglichen.“ (NABU)

Am Ende soll es zwei Gewinner geben, die Artenvielfalt und die Landwirtschaft. Es gibt viele Faktoren, die für den Artenschwund verantwortlich sind. Das Thema muss von seiner ganzen Komplexität her angefasst werden. Jeder Einzelne, die Politik, die Landwirtschaft, Kommunen und Verbände können ihren Beitrag leisten. Wenn der Artenschwund ungebremst weiter geht, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört. Die Ursachen müssen konkret benannt werden, wie Klimaänderung, Flächenverbrauch und Versiegelung, Überdüngung, Monokulturen sowie hoher Einsatz von Pflanzenschutz- und Insektenvernichtungsmitteln. Auch das Konsumverhalten steht auf dem Prüfstand. Es gibt bereits viele gute Gesetze und Verordnungen, Ge- und Verbote, die aber mitunter lasch gehandhabt, aufgeweicht sowie aus Bequemlichkeitsgründen beiseitegeschoben werden.

Der Gesetzentwurf steht im Anschluss als PDF-Datei zur Verfügung. Die Unterschriftslisten liegen in den Rathäusern ab 18.10.2019 aus. Auch bei unseren Veranstaltungen kann unterschrieben werden. Die Ortsgruppe Karlsbad/ Waldbronn des NABU steht hinter den Aktivitäten und wir bitten Sie, durch Ihre Unterschrift das Vorhaben zu unterstützen.

 

 

Artenschutz_Insektenschutz_Gesetzenwurf_
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2019-09-30_Argumente_und_Antworten-1.pdf
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Unsere Meinung zur Stellungnahme von unserem Grünen-Ministerpräsidenten W. Kretschmann zum Volksbegehren

Die Stellungnahme erschien in den BNN am Mittwoch, 09.10.19. „Als Knackpunkt des Gesetzentwurfs hat der Regierungschef die von den Initiatoren des Volksbegehrens gewünschte Neufassung des Paragrafen 34 des Naturschutzgesetzes ausgemacht. Sie sieht ein weitgehendes Verbot des Einsatzes von Pestiziden auch in Schutzgebieten vor. Kretschmann erinnert daran, dass rund ein Drittel aller landwirtschaftlichen Nutzflächen in solchen Schutzgebieten liege. Nach ersten Erhebungen der Landesregierung ist die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen nicht praktikabel. Man kann den Gesetzentwurf nicht über ein globales Ausnahmeregime heilen, betonte der Ministerpräsident“ (BNN)

 

Dass sich hier Herr Kretschmann gegen den Gesetzentwurf stellt, macht betroffen und sprachlos und wirft sehr viele Fragen auf. Hat er bessere Lösungen für den Artenschutz? Wir sind gespannt. Andererseits motiviert das auch um so mehr, sich für das Volksbegehren einzusetzen. 

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