Jahresrückblick 2019

Es gibt Vieles, auf das wir in diesem Jahr zurückblicken können – Arbeitseinsätze, Exkursionen sowie Vorträge und Gesprächsrunden. Aus organisatorischen Gründen und um die Effektivität zu verbessern, entstand eine gemeinsame Kindergruppe der Ortsgruppen des NABU und des BUND. Die bisherigen Veranstaltungen der Kindergruppe in diesem Jahr waren erfolgreich und wurden gut angenommen.

 

Im Februar stand Biotoppflege auf dem Programm – gepflegt wurde ein Gehölzstreifen zwischen Spielberg und Etzenrot.

Im März begannen unsere Arbeiten am Blühstreifen mit Elementen des naturnahen Gartens innerhalb der Pflanzen Oase Jansen. In mehreren Arbeitseinsätzen wurde diese Fläche geschaffen mit Steinhaufen, Reisighaufen, Baumstubben, einer Kräuterfläche und der Beschilderung. Am Rand der Fläche entstand ein aus Palletten errichtetes Insektenhotel (fertige Bestückung ist für 2020 vorgesehen). Die Idee für diese Fläche stammt von der Familie Jansen. Wir danken der Familie Jansen für Ihren Beitrag – der Vorbereitung der Fläche, der Einsaat und der Bereitstellung von Stauden. Höhepunkt war im Juli eine Veranstaltung an der Blühfläche. Die Idee dafür stammte von Frau Seiter vom Arbeitskreis Wirtschaft der Gemeinde Karlsbad – sie erstellte auch einen Flyer und übernahm die Werbung im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Entsprechend groß war das Interesse der vielen Besucher. Wir können diese Veranstaltung als sehr erfolgreich bezeichnen – Interesse wurde geweckt für die Schaffung von Artenvielfalt rund ums Haus und im heimischen Garten. Auch die negativen Wirkungen von Schottergärten kamen zur Sprache. 

Am 01. und 02.06.2019 waren wir mit einem Stand beim Gartenmarkt in Bad Herrenalb vertreten. Das Interesse der Besucher an beiden Tagen war groß. Es gab viele Gespräche und Fragen wurden beantwortet. Info-Material und Flyer wurden verteilt und Broschüren und Nistkästen verkauft. Noch einmal vielen Dank an alle, die zum Erfolg beitrugen.

Nach einem Vorstandsbeschluss wurden am 28.05.2019 Briefe an die Bürgermeister von Karlsbad und von Waldbronn verschickt mit der Bitte, der Flächenversiegelung bzw. der Anlage von Schottergärten entgegenzuwirken durch geeignete Maßnahmen und Aufnahme entsprechender Vorgaben in die Gemeindesatzungen, damit die Bestimmungen der Landesbauordnung (LBO § 9, Abs. 1) auf kommunaler Ebene durchgesetzt werden. Im Brief an den Karlsbader Bürgermeister wurde auch aus aktuellem Anlass gebeten, die Ordnung und Bestimmungen im Naturschutzgebiet „Mistwiese“ zu gewährleisten. Auch heute werden noch Autos mitten auf der Wiese geparkt und laufen Leute kreuz und quer mit ihren nicht angeleinten Hunden durchs Naturschutzgebiet. Nach dem es bis Mitte September 2019 keine Reaktion der Bürgermeister gab, folgte ein Erinnerungsschreiben.
Wenn man darüber nachdenkt, dass es bisher keine Antworten gab, so ist der Eindruck  frustrierend und man macht sich so seine Gedanken …Natur- und Umweltschutz scheint in der Prioritätenliste beider Bürgermeister weit unten zu stehen. Da trifft ein Satz aus einem der Artikel bei Spiegel online offenbar völlig zu (Der Weg in die ökologische Insolvenz). "Naturschutz gilt noch immer als Luxusaufgabe, der man sich widmet, wenn man sonst nichts zu tun hat."

Erfreulich war die Anzahl der Besucher auf unserer Internetseite im Jahr 2019. Das Interesse bzw. der Informationsbedarf waren groß.

Die Veranstaltungen begannen im Februar mit der Entlastung des Vorstandes und Neuwahlen und einem Bildvortrag über Fledermäuse. Es folgte die Ehrung langjähriger Mitglieder. Ralph Langetepe erhielt für 20 Jahre aktive Arbeit eine Ehrenurkunde und die Ehrennadel in Gold. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung hielt Herr Dr. Andreas Arnold einen Bildvortrag zum Thema „Fledermäuse“. 22 Teilnehmer folgten den fundierten, interessanten und informativen Ausführungen. Herr Dr. Arnold ging ein auf die Entwicklungsgeschichte, den Arten- und Formenreichtum, die Echo-Orientierung durch Ultraschall, die artspezifische Ernährung und Lebensweise, Lebensräume und den Fledermausschutz.

Geführt von Eva Kübler und Hans-Peter Anderer fand am 30.03.2019 die Vogelstimmenwanderung „Abendgesänge“ bei Fischweier statt. Das Interesse war erstaunlich groß – es gab viel zu sehen und zu hören.

Am 28.04.2019 folgte eine morgendliche Vogelstimmenwanderung „heimische Singvögel“ an gleicher Stelle – auch wieder geführt durch Eva Kübler und Hans-Peter Anderer. Trotz kühlen + 4°C waren 20 Interessierte erschienen. Mit 34 Vogelarten sind uns viele Arten vors Auge bzw. ins Ohr gekommen. Unser Dank gilt Eva Kübler und Hans-Peter Anderer, aber auch dem Team, das für das Frühstück nach der Wanderung sorgte.

 

Die Exkursion am 05.05.19 auf die Streuobstwiesen bei Bretten (Leitung Wolfgang Röder von NABU Bretten) fiel leider aus – ungünstiges Wetter und keine Teilnehmer.

 

Die Wiesenwanderung bei Spielberg am 19.05.19 fand zwar statt, die Route wurde jedoch bei nur 3 Teilnehmern etwas geändert. Schlussfolgernd werden künftig diese Wanderungen mit Voranmeldung stattfinden bzw. es werden Wanderungen geplant, wo viele unterschiedliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen, Zusammenhänge erklärt und Fragen beantwortet werden zu Pflanzen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren – unter Leitung mehrerer Verantwortlicher.

 

Die Waldexkursion am 30.06.19 unter Leitung des Revierförsters, Herrn Martin Mußgnug – Thema „Waldbewirtschaftung – Umwandlung von Fichten- in standortgerechte Mischwälder“ fand wieder sehr großen Anklang. Die zahlreichen Besucher folgten trotz der Hitze interessiert den Ausführungen von Herrn Mußgnug.

 

 

Nach der Sommerpause fand am 13.10.19 eine Pilzexkursion unter Leitung von Herrn Bernd Miggel am Heuberg bei Dennach statt. Bei schönstem Wetter und nach vorheriger Durchfeuchtung des Bodens wurde die Exkursion mit 12 Teilnehmern ein voller Erfolg. Herr Miggel dokumentierte 59 Pilzarten – Pilzmerkmale, Hinweise zur Essbarkeit und Standortbedingungen wurden durch ihn erläutert. Alle Teilnehmer folgten interessiert seinen Ausführungen. Am Ende der dreistündigen Exkursion wurden die Funde ausgewertet und das teilnehmende Geburtstagskind spendierte erfrischende Getränke und Knabberei. 

Bernd Miggel erklärt die Merkmale einer Pilzart (G. Franke)
Bernd Miggel erklärt die Merkmale einer Pilzart (G. Franke)
Fundliste Pilzwanderung Dennach-Heuberg
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Auf Initiative der engagierten Grundschullehrerin, Frau Walter von der Grundschulde Völkersbach, trafen wir uns am 12.10.2019 beim Vogellehrpfad im Kurpark Waldbronn. Es ging um einen Aktionstag zum Thema "Vögel" für die "Warum-AG". Während die eine Gruppe Futterglocken für Singvögel bastelte, nahm die andere Gruppe an einer Führung durch Eva Kübler entlang des Vogellehrpfades teil. Scharen von Zugvögeln und viele Singvögel im Park wurden beobachtet. Zu guter Letzt überreichte die Grundschule Völkersbach dem NABU Karlsbad-Waldbronn eine großzügige Spende, für die wir uns recht herzlich bedanken!

 

 

Am 20.10.2019 fand unter Leitung von Klaus und Britta Faaß eine Zugvogelbeobachtung an der Teufelsmühle statt. 16 Teilnehmer beobachteten in drei kurzweiligen Stunden verschiedene Singvögelgruppen, einen Wanderfalken und einen Sperber und hörten dabei Anekdoten von Britta Faaß und Wissenswertes zum Vogelzug von Klaus Faaß.  Das positive Ergebnis dieser Veranstaltung veranlasst uns dazu, auch im kommenden Jahr wieder Mitte Oktober eine Veranstaltung zur Beobachtung des Vogelzugs durchzuführen.

Am 13.11.2019 hielt Herr Siegfried Vogt, pensionierter Meteorologe, den Bildvortrag, - Klimawandel, Ursachen und Auswirkungen. 15 interessierte Teilnehmer folgten aufmerksam den Ausführungen. Dem Vortrag schloss sich eine rege und längere Diskussion an. Herr Vogt beantwortete viele Fragen. Der Vortrag regte zum Nachdenken und der aktiven Mitgestaltung an.

Die Halbierung der Pestizide, deutlich mehr Öko-Landbau und mehr Lebensräume: Baden-Württemberg hat einen ambitionierten Gesetzentwurf gegen das Arten- und Höfesterben auf den Weg gebracht. Zu diesem Ergebnis kommt der Trägerkreis des Volksbegehrens Artenschutz – „Rettet die Bienen“ und hat einstimmig beschlossen, den von den Ministern präsentierten Gesetzentwurf für mehr Artenschutz als Alternative zum ursprünglich gestarteten Volksbegehren zu akzeptieren. Daraus folgt, dass die Mobilisierung für das Volksbegehren, die seit dem 15. Oktober ruht, nicht wieder aufgenommen wird. Wir werden also keine Unterschriften mehr sammeln, andererseits aber genau beobachten, wie der Gesetzentwurf zum Gesetz wird und dieses dann auch umgesetzt und der Dialog weiter gestaltet wird.

 

 

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