Blume des Jahres 2017 - Klatschmohn (Papaver rhoeas)

Klatschmohn - Blume des Jahres 2017 - steht auch für die selten gewordenen Acker-Wildblumen in den Gemeinden Karlsbad und Waldbronn
Klatschmohn - Papaver rhoeas (Foto: Nabu, H. May)

"Die Loki Schmidt Stiftung hat am 31. Oktober 2016 in Berlin im Beisein der Bundesumweltministerin Frau Dr. Barbara Hendricks den Klatschmohn (Papaver rhoeas) zur Blume des Jahres 2017 ernannt. Die Loki Schmidt Stiftung möchte damit auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam machen und sich für die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau einsetzen. "

Text: Loki Schmidt Stiftung

artenreicher Feldrand bei Brandenburg
Beispiel für einen artenreichen Feldrand bei Radewege (Brandenburg) (Foto: G. Franke)

Blume des Jahres 2016 - Primula veris (Wiesen-Schlüsselblume)

Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) bei Dietlingen (Foto: G. Franke)
Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) bei Dietlingen (Foto: G. Franke)

„Die Loki Schmidt Stiftung hat die Wiesen-Schlüsselblume zur Blume des Jahres 2016 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser selten gewordenen Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Bei der Wiesen-Schlüsselblume sind dies sonnige, eher trockene Wiesen und lichte Wälder auf kalkhaltigen Böden. Ein von der Loki Schmidt Stiftung herausgegebener Kalender für das Jahr 2016 stellt die Wiesen-Schlüsselblume und ihren Lebensraum vor. Der Kalender und die Samen der Blume des Jahres 2016 können unter info@loki-schmidt-stiftung.de bestellt werden.“ (NABU-Internetseite)


Die Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris) gehört zur Familie der Schlüsselblumengewächse (Priumulaceae). Sie ist vor allem auf Kalkmagerwiesen zu finden. Die Blüten sind dunkelgelb mit 5 rötlichen Flecken am Schlund (die Hohe Schlüsselblume dagegen hat einen dunkelgelben Schlundring). Blütezeit ist April bis Anfang Mai. In der Umgebung bei Karlsbad/ Waldbronn ist Primula veris zwischen Pfinzweiler, Feldrennach und Langenalb zu finden, aber auch auf den Wiesen zwischen Dietlingen, Oberhausen und Gräfenhausen ist diese Art noch häufiger anzutreffen.

Primula veris (G. Franke)
Primula veris (G. Franke)

Blume des Jahres 2015 – Succisa pratensis (Gewöhnlicher Teufelsabbiss)

G. Franke: Succisa pratensis - fotografiert im August 2011 bei Karlsbad-Spielberg
G. Franke: Succisa pratensis - fotografiert im August 2011 bei Karlsbad-Spielberg
G.Franke: Magerwiese mit Succisa pratensis bei Spielberg
G.Franke: Magerwiese mit Succisa pratensis bei Spielberg
G. Franke: Succisa pratensis - fotografiert 2010 auf der Mistwiese bei Ittersbach
G. Franke: Succisa pratensis - fotografiert 2010 auf der Mistwiese bei Ittersbach

Text: Internetseite der Loki-Schmidt-Stiftung


„Mit der Aktion „Blume des Jahres“ macht die Loki Schmidt Stiftung seit 1980 auf gefährdete Pflanzen und ihre Lebensräume aufmerksam. Jährlich gibt sie einen Kalender heraus, in dem sie die Blume des Jahres und ihren Lebensraum in anspruchsvollen Aufnahmen vorstellt.

Die Loki Schmidt Stiftung hat heute (21.10.14) den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Die Blume des Jahres steht immer auch stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss sind dies feuchte und magere, offene Landschaften wie beispielsweise Feuchtwiesen, Moor- und Heidegebiete, Uferzonen sowie Graben- und Wegränder im Feuchtgrünland.
Die Farbenpracht der hübschen hellblau, violett bis rosa gefärbten Blüten des Gewöhnlichen Teufelsabbisses begleitet uns ab Juli durch den Spätsommer.
„Hauptursache für die Gefährdung dieser Pflanze ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Feuchte Wiesen wurden entwässert, gedüngt oder zu Acker- und Bauland umgewandelt. Unsere letzten zurückhaltend bewirtschafteten Mager- und Feuchtstandorte müssen unbedingt erhalten werden“, so Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. Das Problem: Wenn die Flächen brach fallen, verschwindet der Teufelsabbiss ebenso wie bei einer Intensivierung der Nutzung.
Größere Bestände der Art kommen derzeit im südlichen Teil der Bundesrepublik beispielsweise in den Alpen, im Schwarzwald und im Odenwald vor. In den nördlichen Bundesländern ist der Gewöhnliche Teufelsabbiss hingegen nur noch an wenigen Stellen zu finden.““


Succisa pratensis in den Gemeinden Karlsbad/ Waldbronn:


In unserer näheren Umgebung ist der Gewöhnliche Teufelsabbiss noch nicht so selten. Wir finden die Art z.B. auf der Mistwiese bei Karlsbad-Ittersbach und auf Wiesen und Streuobstwiesen bei Karlsbad-Spielberg. Das kräftige Blau der Blüten begegnet uns meist von Ende Juli bis September auf mageren Böden. Succisa pratensis gehört zur Familie der Kardengewächse (Dipsacaceae).

 

Die Schwanenblume (Butomus umbellatus) – Blume des Jahres 2014

Foto: Monika Franke (Havelufer bei Brandenburg)
Foto: Monika Franke (Havelufer bei Brandenburg)

Von der Loki Schmidt Stiftung wurde die Schwanenblume zur Blume des Jahres 2014 ausgewählt.

" Begründung:

2014 will die Loki Schmidt Stiftung die Schwanenblume (Butomus umbellatus), eine auffällige, attraktive Röhrichtpflanze und ihren Lebensraum ins öffentliche Bewusstsein rücken. Butomus umbellatus ist ein typischer Vertreter der Auen, sie kommt als Pionierpflanze auf schlammigen und nährstoffreichen Böden vor, insbesondere bei wechselnden Wasserständen. Größere Bestände sind beispielsweise in Auengewässern der Oder, der Elbe und des Rheins zu finden. Die Pflanze hat sich als Stromtalpflanze an die Dynamik des Hochwassers angepasst und erträgt nicht nur eine immer wiederkehrende Überflutung, sondern benötigt sie zum Teil sogar. Die Fluten der Hochwässer bringen Sand, Schlick, abgestorbene Pflanzenteile sowie Samen heran, die beim langsamen Zurückgehen des Wassers in den Auen abgelagert werden. Die darin enthaltenen Nährstoffe werden danach langsam freigesetzt.
Die Schwanenblume teilt ihren Lebensraum mit weiteren bedrohten Arten wie dem Einfachen Igelkolben, der Krebsschere, der Sumpfschrecke, der Kleinen Mosaikjungfer, dem Moorfrosch und zahlreichen Vogelarten.
Die Schwanenblume wird auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten der Bundesrepublik Deutschland geführt, da ihre Bestände zurückgehen. Ursache des Rückgangs sind unter anderem die intensiven Hochwasserschutzmaßnahmen, die seit Jahrzehnten die Aue ihrer natürlichen Dynamik und Hochwasserrückhaltefunktion berauben. Auch Entwässerungsmaßnahmen, Flussausbau und die Konkurrenz durch Ufer-Hochstauden oder Weidengebüsche gefährden den Lebensraum der hübschen Schwanenblume.
Flussauen und ihre Lebensgemeinschaften werden stark beansprucht: Geschützt von Deichen breiteten sich Siedlungen und Gewerbe aus, wo früher der Fluss über die Ufer trat. Abwasser wurde eingeleitet und lagerte sich als Schadstoff ab.
Die Intensivierung der Landwirtschaft machte auch vor Flussauen und Marschgebieten nicht halt: Künstliche Gewässer wie Gräben, Kanäle und Bodenentnahmestellen, an deren Ufer die Schwanenblume Ersatzlebensräume gefunden hatte werden oft so intensiv gemäht und geräumt, dass die Schwanenblume zurückgeht. Die intensive Düngung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Verfüllung der Gewässer oder ihr Ersatz durch unterirdische Drainagen nehmen der Schwanenblume die Lebensräume.

Name:

Die Schwanenblume hat viele Namen, unter anderem Storchblume (Westpreußen) und Storchenblume (Weser und Mark Brandenburg). Bei diesen Bezeichnungen ist die Pflanze wohl wegen den langen, dünnen Doldenstiele und der rötlichen, weißen Blütenfarbe nach dem Storch benannt. Andere Namen sind Wasser-, Seepferd (Anhalt), Wasserliesch, Blumenbinse, Doldige Schwanenblume oder Wasserviole. Die Namensgebung Schwanenblume bezieht sich auf den schwanenhalsartig gebogenen Griffel. Der Name Blumenbinse sollte vermieden werden, da er zu Verwechslungen mit der eigentlichen Blumenbinse (Scheuchzeria palustris) führt.
Der botanische Gattungsname Butomus leitet sich aus den griechischen Wörtern bous für Ochse und temnein für schneiden ab. Dies bezieht sich auf die irrtümlich für scharfschneidig gehaltenen Blätter, an den sich Rinder verletzen könnten. Der Artname umbellatus bedeutet schirmförmig und weist auf den doldigen Blütenstand hin.

 

Beschreibung:

Die Schwanenblume ist die einzige Pflanzenart der Gattung Butomus und der Familie der Schwanenblumengewächse (Butomaceae). Es handelt sich um eine stattliche, bis 150 cm hohe, ausdauernde Sumpf- und Wasserpflanze mit einem kurzen, kriechenden Rhizom, das als Überwinterungsorgan dient. Dieser 1 cm dicke, weiße Wurzelstock bildet keine Ausläufer. Die Laubblätter stehen grundständig als Rosette. Wie viele unter Wasser wurzelnde Pflanzen bildet auch die Schwanenblume verschiedene Wuchsformen aus. Steht die Pflanze in größerer Wassertiefe in fließenden Gewässern, entwickeln sich kaum 2 mm breite und zuweilen bis fast 2 m lange, bandförmige Tauchblätter. Üblicherweise setzen derartige Pflanzen keine Blüten an. Die Überwasserblätter, die sich bei niedrigerem Wasserstand entwickeln, sind grasartig linealisch, dreikantig und steif. Von der scheidigen Basis aus werden sie nach oben zu immer schmaler und enden mit einer schwertförmigen Spitze. Die Blätter werden bis zu 1 m lang und bis 1 cm breit. Die attraktive und auffällige Schwanenblume blüht in Mitteleuropa von Juni bis August, da sich die einzelnen Blüten nacheinander öffnen. Auf einem langen, runden, blattlosen Blütenstandstiel befindet sich ein doldiger Blütenstand mit bis zu 30 Einzelblüten. Der Blütenstand ist von zwei oder drei Hochblättern umhüllt. Die einzelnen Blüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch, messen 20 bis 30 mm im Durchmesser und stehen auf unterschiedlich langen (5 bis 10 cm) zarten Blütenstielen. Die Blüte ist aus zwei Kreisen aus je drei Blütenhüllblättern aufgebaut, die unterschiedlich aussehen können. Die Farbe der Blütenhüllblätter ist weiß, rosa- bis purpurfarben, oft dunkel geädert. Auch die Staubblätter sind auf zwei Kreisen angeordnet, auf dem inneren Kreis befinden sich 3 und auf dem äußern 6 Staubblätter. Im Zentrum der Blüte befinden sich sechs rote, flaschenförmige, oberständige Fruchtknoten mit gekrümmten Griffeln und gelblichen Narben.
Die Schwanenblume lockt mit ihrer auffälligen Blütenpracht Insekten an und belohnt diese Bestäuber mit nach Honig riechendem Nektar, den sie an der Basis der Fruchtblätter in kleinen Tröpfchen abgibt. Zu den Bestäubern gehören vor allem Fliegen, Schwebfliegen, Bienen und Hummeln. Nach der Bestäubung entwickeln sich die Früchte (Balgfrüchte), wobei die Blütenstiele nochmals um einige Zentimeter wachsen. Die Früchte werden so weiter aus der hochwüchsigen Ufervegetation gehoben. Dies fördert die Windausbreitung der Samen: Die Schwanenblume ist ein Windstreuer. Wenn die Früchte reif sind und der Wind den Blütenstandstiel bewegt, öffnen sich die Früchte und die Samen werden ausgestreut. Die Samen können schwimmen und treiben so zu neuen Ansiedlungsorten. Die Pflanze vermehrt sich aber auch vegetativ. Im Herbst lösen sich Brutknospen von der Mutterpflanze ab, treiben im Wasser davon und können im Schlamm Wurzeln schlagen.

 

Verbreitung:

Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die gemäßigten Klimazonen Europas, Asiens und Nordafrikas. In Mitteleuropa ist die Schwanenblume vielerorts selten geworden. Häufiger ist sie noch in den großen Flusstälern der Ebene anzutreffen Im Bergland fehlt sie, abgesehen von wenigen Flusstälern. In Nordamerika wurde die Schwanenblume als Zierpflanze eingeführt und ist dort ausgewildert. In einigen Staaten hat sie sich so stark ausgebreitet, dass sie als invasive Art angesehen wird. Darunter versteht man gebietsfremde Arten, die in Konkurrenz zu einheimischen Arten treten und diese verdrängen oder andere Probleme verursachen.

 

Standort:

Die Schwanenblume wächst in Uferröhrichten stehender bis langsam fließender Gewässer wie Gräben, Bäche, Altwasser, Flussufer oder Teiche. Hier findet sie nährstoffreiche Schlammböden und bildet Bestände, die zu einer eigenen Pflanzengesellschaft, dem Schwanenblumenröhricht gehören. Die Pflanze verträgt stark wechselnde Wasserstände und siedelt vor allem auf sandig-lehmigen, nährstoffreichen Schlammböden. Sie ist recht wärmeliebend und steht deswegen im Röhricht an lichten Stellen. Die Schwanenblume ist nicht zuletzt deshalb selten, weil sie der Konkurrenz höher aufschießender, dicht wachsender und damit lichtraubender Pflanzen ausgesetzt ist. Hierin liegt auch der Grund, warum sie häufig an Gräben anzutreffen ist: Eine gemäßigte Unterhaltung verschafft ihr gegenüber dem Schilf und anderen Röhrichtpflanzen einen Konkurrenzvorteil, eine zu intensive Unterhaltung wiederum gefährdet sie.

 

Verwendung als Nutzpflanze:

Die unterirdische, bewurzelte Sprossachse (Rhizom) enthält 60% Stärke und kann deshalb zu Mehl verarbeitet werden. In Asien wird das Rhizom zum Teil auch heute noch als Nahrungsmittel genutzt. Bei den Kirgisen, Kalmücken und Jakuten wird das Rhizom in Asche gebacken und wie Brot verwendet. Als in Mitteleuropa Notzeiten herrschten, diente das Rhizom auch hier als Nahrung.
Die Stängel wurden früher zum Flechten von Körben und Matten, ähnlich wie Binsen und Weiden, genutzt.

 

Verwendung als Arzneipflanze:

Die Art wurde früher als Heilpflanze genutzt. Rhizom und Samen waren früher unter dem Namen „radix et semina Junci floridi“ im Handel. Innerlich angewandt, sollte damit die Wassersucht bekämpft werden. In äußerlicher Anwendung galten sie als „auflösendes, kühlendes und erweichendes Mittel“ (Steinleiden).

 

Verwendung als Gartenpflanze:

Da die Schwanenblume eine pflegeleichte Staude ist, wird sie gern in Gärten als Zierpflanze kultiviert. Sie gedeiht gut in der Flachwasserzone von Gartenteichen. Die Schwanenblume eignet sich aber auch für den Miniteich in einer Schale auf der Terrasse oder dem Balkon. Zuchtsorten sind beispielweise die sehr blühfreudige, fast weiße Sorte „Schneeweißchen“ und die später blühende, lilarote Sorte „Rosenrot“. Butomus umbellatus kann im entsprechenden Fachhandel für Stauden und Gartenteich erworben werden. Der Natur sollte sie nicht entnommen werden, um ihre Bestände zu schonen."

(Text Stiftung Loki Schmidt)

 

In unserer näheren Umgebung kommt die Schwanenblume am Oberrhein in der Nähe von Karlsruhe vor.

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) - Blume des Jahres 2013

Hepatica nobils (Foto: NABU)
Hepatica nobils (Foto: NABU)

„Die Loki Schmidt Stiftung hat … das Leberblümchen (Hepatica nobilis) zur Blume des Jahres 2013 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in vielen Bundesländern bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt wird. Die Blume des Jahres repräsentiert immer auch einen bedrohten Lebensraum. Beim Leberblümchen sind dies alte Buchen- und Laubmischwälder, die einen kalk- und humusreichen Boden haben.    

Das Leberblümchen ist ein Frühlingsbote. Im März, wenn Brauntöne noch das Bild des Waldes beherrschen, sind die zarten blauvioletten Blüten am Waldboden ein echter Hingucker. Die hübschen Pflanzen nutzen die kurze Zeit, bevor die Blätter der Bäume austreiben und ihnen das Licht rauben. Mitte April ist ihre Blütezeit bereits abgeschlossen.

„Der Rückgang des Leberblümchens beruht darauf, dass alte, ungestörte Wälder immer seltener werden. Der Anbau von Nadelholz-Monokulturen, Maschineneinsatz in der Forstwirtschaft, aber auch das Ausgraben der hübschen Pflanze für Hausgärten haben dazu geführt, dass die Massenvorkommen früherer Jahrzehnte selten geworden sind“, so Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. In Hamburg ist das Leberblümchen inzwischen ausgestorben. In anderen Bundesländern ist es bedroht.

Die Samen des Leberblümchens werden von Ameisen verbreitet. So ist es kein Wunder, dass es sehr lange dauert, bis neue Gebiete besiedelt werden. Man findet das Leberblümchen deshalb nur an Orten, wo schon sehr lange, meist über 100 Jahre, Wald wächst. Die Blume des Jahres 2013 gilt deshalb als Zeigerart der Gebiete, die schon lange Wälder tragen, der alten Waldstandorte. Die sind bei uns gar nicht so häufig, denn vor einigen Jahrhunderten gab es nach langen Epochen des Raubbaus in Deutschland nur noch sehr wenige Wälder. Es ist die ganze Lebensgemeinschaft der alten Waldstandorte, bestehend aus vielen weiteren besonderen Pflanzen, Insekten, Pilzen und anderen Organismen, für deren Schutz die Loki Schmidt Stiftung mit der Ernennung des Leberblümchens zur Blume des Jahres 2013 werben will.    

Das Leberblümchen kann mehrere Jahrzehnte alt werden und erreicht eine Höhe von fünf bis fünfzehn Zentimetern. Es bildet einen Wurzelstock, aus dem im Frühling die Blüten noch vor den Blättern austreiben. Von März bis April blüht das Leberblümchen mit sechs bis zehn blaulila Blütenblättern je Blüte. Ein Kreis weißlicher Staubblätter umgibt das Blütenzentrum mit seinen Fruchtknoten. Den dreilappigen Blättern verdankt das Leberblümchens einen Namen: Sie erinnern an die Form einer menschlichen Leber, weshalb die Pflanze früher als Heilmittel gegen Leberleiden eingesetzt wurde.“ (Pressemitteilung der Loki Schmidt Stiftung)

In unserer näheren Umgebung (Landkreis Karlsruhe) kommt das Leberblümchen nicht vor. Man findet es jedoch als Züchtung hin und wieder in Gärten und auf Balkonen. Die nächsten Fundorte sind im Bereich der Ostalb zu finden.

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